Schlagwort: Einkommensteuer

29 Jun 2017
Anja Kiphuth

Versicherungen – Welche sind steuerlich abzugsfähig?

In diesem Beitrag möchte ich Ihnen gerne zeigen, welche übrigen Versicherungen (keine Altersvorsorgebeiträge) in Ihrer Einkommensteuererklärung (umgangssprachlich Lohnsteuerjahresausgleich) steuerlich absetzbar sind.

Diese Versicherungen können steuerlich berücksichtigt werden

  • Sämtlich Haftpflichtversicherungen (Privat-Haftpflicht, Kfz-Haftpflicht, Tier-Haftpflicht, Boots-Haftpflicht usw.)
  • Unfallversicherungen
  • Berufsunfähigkeitsversicherungen
  • Risikolebensversicherungen
  • „alte“ Lebensversicherungen (Abschluss vor 2015)
  • Arbeitslosenversicherungen
  • Krankenversicherungen
  • Pflegeversicherungen

 

Diese Versicherungen können NICHT steuerlich berücksichtigt werden

  • Rechtsschutzversicherungen
  • Hausratversicherungen
  • Glasversicherungen

 

Steuerliche Berücksichtigung

Die steuerlich berücksichtigungsfähigen Versicherungen (übrige Vorsorgeaufwendungen) können nur bis zu einem Maximalbetrag in Höhe von 2.800 € bzw. 1.900 € jährlich steuerlich berücksichtigt werden. Der Maximalbetrag richtet sich danach, ob man einen Zuschuss zur Krankenversicherung erhält. Im Regelfall beträgt der Maximalbetrag für Angestellte bzw. Arbeiter, Beamte und Rentner 1.900 € und für Selbständige 2.800 €. Sollten die Krankenversicherungs- und Pflegeversicherungsbeiträge den Maximalbetrag übersteigen, wird der höhere Wert berücksichtigt.

Beispiel

Hilde Haarig ist selbständige Hundefriseurin und hat im Jahr 2017 5.000 € Beiträge an Krankenversicherung (Basisversorgung) und 500 € an Pflegeversicherung entrichtet. Darüber hinaus hat sie 1.000 € für eine Hundehaftpflichtversicherung (für ihren Hund Hubert) bezahlt.

Krankenversicherung      5.000 €

Pflegeversicherung              500 €

Summe                                   5.500 €

Haftpflichtversicherung 1.000 €

Summe                                   6.500 €

Dieser Betrag ist höher als der Maximalbetrag in Höhe von 2.800 €, so dass nur die Krankenversicherung und die Pflegeversicherung in Höhe von 5.500 € berücksichtigt werden  kann.

Die steuerliche Berücksichtigung von Altersvorsorgebeiträgen können Sie in dem Beitrag „Altersvorsorge – Steuern sparen“ hier nachlesen.

HINWEIS: Dieser Beitrag ersetzt keine Beratung durch eine fachkundige Person. Es kann somit keine Haftung übernommen werden.

Für Rückfragen stehen mein Team und ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!

23 Jun 2017
Anja Kiphuth

Altersvorsorge – Steuern sparen

In diesem Beitrag möchte ich Ihnen gerne zeigen, wie Sie den Fiskus bei Ihrer Altersvorsorge beteiligen können und damit Steuern sparen. Im Rahmen Ihrer Einkommensteuererklärung (umgangssprachlich Lohnsteuerjahresausgleich) können Sie folgende verschiedenen Versicherungsbeiträge steuermindernd als Sonderausgaben geltend machen:

Gesetzliche Altersvorsorge

Zu der gesetzlichen Altersvorsorge zählen folgende Beiträge:

  • Beiträge zu den gesetzlichen Rentenversicherungen (z.B. über die Gehaltsabrechnung oder als Pflichtbeiträge der Handwerker)
  • Beiträge zur landwirtschaftlichen Alterskasse
  • Beiträge zu berufsständischen Versorgungseinrichtungen (z.B. Steuerberaterversorgung, Ärzteversorgung)

 

Private Altersvorsorge „Rürup“

Zu der privaten Altersvorsorge zählen folgende Beiträge:

    • Beiträge zu einer Rentenversicherung (lebenslange Rente, nicht vor dem 63. Lebensjahr, Hinterbliebenenrente an Ehegatten oder Kinder (solange Anspruch auf Kindergeld besteht))
    • Beiträge zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung (lebenslange Rente)

 

Hier kommt allerdings der Pferdefuß: Diese Versicherungen dürfen NICHT

  • vererblich
  • übertragbar
  • beleihbar
  • veräußerbar
  • kapitalisierbar

sein.

Zusätzlich muss der Versicherungstarif zertifiziert sein und die Beiträge müssen an das Finanzamt elektronisch übermittelt werden.

Steuerliche Berücksichtigung

Beiträge zur gesetzlichen und zur privaten Altersvorsorge sind im Jahr 2017 in Höhe von maximal 23.362 € bei Ledigen und maximal 46.724 € bei Verheirateten berücksichtigungsfähig. Dieser Maximalbetrag orientiert sich an dem Höchstbeitrag der knappschaftlichen Rentenversicherung und verändert sich somit jedes Jahr.

Von diesen Beiträgen dürfen im Jahr 2017 leider nur 84% steuermindernd geltend gemacht werden. Dieser Prozentsatz erhöht sich jedes Jahr um 2% bis zum Jahr 2025. Ab 2025 dürfen die Beiträge in voller Höhe geltend gemacht werden.

Der Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Altersvorsorge mindert allerdings den berücksichtigungsfähigen Beitrag.

Beispiel

Sören Sonderlich hat im Jahr 2017 als Angestellter 3.658 € an Beiträgen in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt, der Arbeitgeber entsprechend auch. Zusätzlich hat Sören noch 1.617 € in die berufsständische Versorgungseinrichtung der Apotheker eingezahlt.

AN-Anteil                                       3.658

AG-Anteil                                        3.658

Versorgungseinrichtung              1.617

Summe                                            8.933

davon 84%                                      7.503

abzgl. AG-Anteil                        –   3.658

Summe                                             3.845

Im Jahr 2017 kann Herr Sonderlich 3.845 € an Beiträgen zur Altersversorgung steuermindernd geltend machen. Bei einem fiktiven Steuersatz in Höhe von 30% würde er somit 1.153 € Steuern sparen.

Andere Altersvorsorgen

Neben den genannten Altersvorsorgen gibt es noch die betrieblichen Altersvorsorgen, wie z.B. Direktversicherungen oder Direktzusagen und die Riester-Versicherungen. Diese werden Gegenstand eines späteren Beitrags werden.

Wollen Sie wissen in welchem Umfang Sie die restlichen Versicherungen (ohne Altersvorsorgeaufwendungen) steuerlich absetzen können, dann hilft Ihnen dieser Beitrag „Versicherungen – welche sind steuerlich abzugsfähig?“ weiter.

 

HINWEIS: Dieser Beitrag ersetzt keine Beratung durch eine fachkundige Person. Es kann somit keine Haftung übernommen werden.

Für Rückfragen stehen mein Team und ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!